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1. Kammermusikabend 2022/2023: Schumann Quartett am 11. Oktober 2022

Saisoneröffnung der Kammermusikreihe 2022/23 mit dem Schumann-Quartett

Eine Rezension von Barbara Ströbel-Brack

Mit dem Debut des Schumann-Quartetts im Mozartsaal begann die neue Kammermusikreihe. Die Reihen der Zuhörer waren, außer auf dem Balkon, erfreulich gut besetzt , mit vielen vertrauten und auch einigen neuenGesichtern.

4 kräftige junge Herren betraten das Podium, drei mit sehr ernstem, einer mit heiterem und dann in der Musik miterlebendem Ausdruck, der uns auch verkündete, daß der Primarius halb krank sei und deshalb das Programm in seiner Mitte von Widmann - zu anstrengend -  auf das 3. Streichquartett von Victor Ullmann abgeändert werden müsse. Dem Primarius waren übrigens keinerlei Schwächen anzumerken.

Drei Brüder Schumann mit dem Bratscher Veit Hertenstein, Nachfolger von Lisa Randalu, haben als Lehrer die Musiker des Alban Berg-, des Cherubini-Quartetts und den „Übervater“ aller jungen europäischen Streich-Quartette, Eberhard Feltz,

für ihr Gedeihen bei sich gehabt. Natürlich sind sie auch mit vielen Preisen und Ehrungen und Auftritten in wichtigen Konzertsälen ausgezeichnet.

Beim Streichquartett Es-Dur D.87 von Franz Schubert meinte man noch die russische Schule von Feltz zu erkennen: mit unerhörter Expressivität, phantastischer Einheit aber auch gewisser Schwere gelang diese Interpretation. Etwas mehr Charme, Wiener Eleganz und Leichtigkeit würde man sich bei diesem und ähnlichen Werken für die Zukunft wünschen. Auch ein kleines Lächeln,  wenn am Ende eines Satzes ein einsames Cello-Pizzicato übrig bleibt…

Die oben erwähnten Eigenschaften, gepaart mit Farbenreichtum, sehr bewusst eingesetztem Vibrato und auch Non-Vibrato, waren für das Ullmann-Quartett, geschrieben in Theresienstadt, genau richtig eingesetzt. Tiefe Trauer, beissender Humor, fahle Stimmungen, virtuose Partien bestimmen dieses Werk, nicht ohne daß auch aus einem Monolog der Viola ein ausführliches Fugato entsteht. Das Quartett besteht aus einem Satz, in dem aber verschiedene Charaktere hintereinander ausgestaltet werden.

Es folgte das Streichquartett in A-Dur von Robert Schumann. Auch hier ist die intensive Klanggebung und die Expressivität dieses Quartetts, die in Momenten bis an die Grenzen der Klangschönheit gehen kann, von wunderbarer Wirkung. Die Quartett-Spieler unter den Musikfreunden im Publikum, von denen es einige gibt!, haben sicher im 1. Satz an ihre eigenen Schwierigkeiten gedacht, als die Cantilene von Cello bzw. Geige mit den schnellen Nachschlage-Achteln  so wunderbar flüssig und selbstverständlich zu hören war…Unter vielen bewegenden Momenten hat mich besonders beeindruckt der Dialog der 1. Violine mit der Viola im Adagio , wobei die Antwort immer ein wenig anders gestaltet war als die Vorgabe, große Kunst!

Es gab noch eine Zugabe: das Intermezzo aus Mendelssohns a-moll-Quartett, einem „Sommernachtstraum“-Stück. Die Virtuosität gipfelte in sehr schnellen Sechzehntel-Noten, mit einem spiccato (geworfenem Bogen), welches so nahe am Steg gespielt war, daß es tatsächlich flirrte wie ein Vogelschwarm.

Das -  sachkundige - Publikum war begeistert und freut sich auf den nächsten Höhepunkt in der diesjährigen Konzertreihe.

 

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